Bis zum Fund dieser Jagdspeere gingen Forscher davon aus, dass der Homo heidelbergensis, der mit dem Homo erectus, also dem “aufrechtgehenden Menschen” eng verwandt war, und auch der Neandertaler ein primitives Wesen waren, die der Sprache nicht mächtig waren. Forscher glaubten bis dahin, dass diese frühen Menschen der Eiszeit Pflanzen- und Aasfresser gewesen seien, die nicht auf die Jagd gingen, da sie dafür gar nicht die Intelligenz und die “technischen” Möglichkeiten hatten.
Mit dem Fund der Schöninger Speere musste diese Sichtweise aber revidiert werden. Die Speere sind außerordentlich sorgfältig gearbeitet, was nur mit großem handwerklichem Geschick und technologischem Können überhaupt machbar war. Bis auf einen Speer, der aus Kiefernholz gebaut war, wurden alle andere Speere aus Fichtenholz angefertigt, welches auch auf Schiffen verwendet wurde. Man kann es also auf einer Mariner Kreuzfahrt bewundern.
Damit sind die Jagdspeere ein Beweis dafür, dass schon der Homo erectus und wohl auch der Neandertaler auf die Jagd gingen und möglicherweise auch Großwildjagd betrieben.
Gerade die Großwildjagd ist aber ohne Kommunikation (in welcher Art auch immer), ohne eine gewisse Art der Kognition und ohne Strategien überhaupt nicht möglich, so dass man davon ausgehen muss, dass schon der Homo erectus eben diese Fähigkeiten besaß und nicht, wie man es bis zu diesem Zeitpunkt noch glaubte, erst der moderne Mensch, der Homo sapiens (der “wissende Mensch”.)